Schrägaufnahme der Sternplatte mit den Peilsternen (grün) und allen Sternbildern (blau) Nordblick von der Sternplatte aus um 3200 v.Chr. Großer Wagen gerade noch zirkumpolar. Deutung der Schalensteine 3 Startseite Archäoastronomie Schalensteine Meteoriten Starnberger See Impressum
© Roland Gröber 2012

Konkrete Sternbilder auf der Sternplatte

Neben den Peilungen zu Sonnen-, Mond- und Sternaufgängen sind auch Sternbilder durch Schalen dargestellt. Für alle  angepeilten Sterne konnten die zugehörigen Sternbilder gefunden werden. Sie stehen in direktem Zusammenhang mit den jeweiligen Peilungen auf deren helle Hauptsterne. Dieser Zusammenhang ist ein gewichtiges Argument für die vorgestellte astronomische These. Die Schrägaufnahme gibt die Sternbilder etwas verzerrt wieder. Auf der vermessenen Platte bzw. auf Senkrechtaufnahmen ist die Ähnlichkeit mit den wahren Stern-bildern am Himmel wesentlich besser. Die Ausrichtung der Sternbilder auf dem Schalenstein sind so, wie sie dem Betrachter auch am tatsächlichen Horizont im Osten erscheinen. Ein weiterer Beweis für die astronomischen Aussagen. Eine Ausnahme gibt es bei der Ausrichtung des Sternbild Zwilling, das nur durch die beiden hellen Sterne Castor und Pollux dargestellt ist. Diese beiden Sterne sind scheinbar falsch herum auf der Platte. Sie entsprechen aber genau der zeitlichen Reihenfolge des Aufganges, der durch den Horizont bedingt ist. Der Große und Kleine Wagen auf der Sternplatte Diese beiden bekannten Teil-Sternbilder (sie sind jeweils Bestandteil des Großen und Kleinen Bären) auf der Platte haben eine von den bisher betrachteten Sternbildern abweichende Bedeutung. Blickt man heute nach Norden zum Schwarzkopf, dann verschwindet der gesammte Große Wagen völlig hinter dem Horizont, d.h. das üblicherweise zirkumpolare Sternbild ist es am Pfitscher Sattel nicht. Betrachtet man jedoch die Situation um 3200 v.Chr., dann bleibt der ganze Wagen aufgrund der Präzessionsbewegung der Erde oberhalb des Horizonts und Merak (der hintere untere Kastenstern) wird kurzzeitig vom Schwarzkopfgipfel und einem unbedeutenden Vorgipfel bedeckt. Diese auffallende Situation wird sicher auch von den frü- hen Beobachtern bemerkt worden sein. Für den Kleinen Wagen gilt für Polaris, unserem heutigen Polarstern, eine ähnliche Bedeckung für die Zeit um 2500 v.Chr. Beide Sternbilder sind ebenfalls auf der Sternplatte dokumentiert und auffallend nach Norden zum Schwarzkopf hin ausgerichtet.
  Die Darstellung von konkreten Sternbildern zu einer so frühen Epoche konnte bisher nur in z.T. ungesicherten Einzelfällen nachgewiesen werden. Die Fülle von 15 Sternbildern an einem Platz ist bisher einzig- artig, zumal die Sternbilder durch weitere Hinweise gesi- chert sind und zeitlich fixiert werden können. Die Lage der Sternbilder stellen jedoch keine Sternkarte dar (s.a. Deutung 1: Sternpeilung) Der Himmelspol galt in der Mythologie vieler alter Kulturen als besonders bedeutungsvoll und heilig, da alle Sterne um ihn kreisten. Die ständig sichtbaren Zirkumpolarsterne waren seit frühester Zeit Hilfsmittel zur nächtlichen Zeitmessung und zur Beobachtung der Jahreszei- ten. Sie wurden daher beson- ders beobachtet. Warum nicht auch am Pfitscher Sattel?
Roland Gröber Übersicht Schalensteine Pfitscher Sattel Umfassungsmauer Beispiele Schalensteine Deutung 1: Sternpeilung Deutung 2: Peilung über die Anlage Deutung 3: konkrete Sternbilder Downloads
Letzte Aktualisierung: 11.09.2016
Deutung 3: konkrete Sternbilder